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Mein besonderes erstes Jahr im Kindergarten

Mein erstes Jahr im Waldkindergarten wie schnell die Zeit vergeht und wie tief sie mich verändert hat

 

Hallo meine lieben Leser,

 

heute mal wieder ein kleiner Einblick in mein Leben.

 

Manchmal frage ich mich wirklich: Wo ist die Zeit geblieben?


Es fühlt sich an, als hätte ich gerade erst angefangen – und doch ist mein erstes Ausbildungsjahr im Waldkindergarten schon vorbei. Ein Jahr, das in Zahlen vielleicht kurz erscheint, sich aber in meinem Herzen wie ein ganzes Leben anfühlt.

Ich erinnere mich noch so gut an meine ersten Tage. Ich war aufgeregt, neugierig, voller Vorfreude, aber auch mit einem ordentlichen Respekt vor dem, was da auf mich zukommt.
Der Wald, die Kinder, das Unbekannte all das war neu für mich. Ich wusste, dass ich diesen Beruf mit dem Herzen gewählt hatte, aber ich hatte keine Ahnung, wie sehr mich dieses erste Jahr verändern würde.

 

Ein Klassenzimmer ohne Wände – und doch so voller Leben

 

Ein Waldkindergarten ist kein gewöhnlicher Ort.
Er ist wild, unperfekt, ehrlich und wunderschön.
Hier gibt es keine Fenster, durch die man nach draußen schaut denn draußen ist unser Raum.
Hier gibt es keine festen Möbel aber dafür Felsen, Baumstämme, Stöcke, Laub, Erde, Regen, Sonne und Schnee.
Und genau das macht diesen Ort so besonders.

Ich durfte erleben, wie die Kinder jeden Tag mit Neugier und Offenheit in den Wald starten. Wie sie den Weg kennen wie ihre Westentasche und trotzdem jeden Morgen so tun, als würden sie ihn zum ersten Mal entdecken.
Ich habe gesehen, wie sie lernen, ohne es zu merken einfach durch Tun, durch Spielen, durch Ausprobieren, durch Scheitern und nochmal Versuchen.
Ich habe gespürt, wie der Wald uns alle verändert: Er macht ruhiger, klarer, achtsamer. Er bringt uns zurück zum Wesentlichen.

 

Was die Kinder mir beigebracht haben

 

Ich dachte immer, ich bin da, um den Kindern etwas beizubringen. Und ja ich begleite, unterstütze, erkläre, helfe, höre zu. Aber ehrlich gesagt:
Ich habe in diesem Jahr mindestens genauso viel von den Kindern gelernt wie sie vielleicht von mir.

 

Sie haben mir gezeigt, was es heißt, im Moment zu leben.
Dass ein kleiner Käfer stundenlang faszinieren kann.
Dass es okay ist, Fehler zu machen wenn man sie einfach wieder gut macht.
Dass Streit dazugehört, aber Verzeihen oft viel schneller geht, als wir Erwachsenen es manchmal schaffen.
Dass ein Lächeln beim Abholen mehr bedeutet, als man in Worte fassen kann.

Ich habe gelernt, dass man oft keine großen Worte braucht sondern einfach Präsenz.
Dass ein Blick, ein Nicken, eine ausgestreckte Hand mehr sagt als tausend Sätze.
Und dass Beziehung immer an erster Stelle steht noch vor jedem pädagogischen Ziel.

 

Wachstum, das man nicht messen kann

 

Ich bin in diesem Jahr gewachsen. Nicht in Noten, nicht in Leistung sondern innerlich.
Ich bin sicherer geworden, mutiger, geduldiger mit den Kindern, mit anderen, mit mir selbst.
Ich habe gelernt, in stressigen Momenten ruhig zu bleiben auch wenn es stürmt.
Ich habe gelernt, mich selbst nicht zu verlieren, sondern zu mir zu stehen.
Und ich habe gelernt, dass es okay ist, nicht perfekt zu sein solange ich mit dem Herzen dabei bin.

Es gab Tage, an denen ich müde war, durchgefroren, emotional aufgewühlt. Tage, an denen ich an mir gezweifelt habe. Aber es gab keinen einzigen Tag, an dem ich das Gefühl hatte, am falschen Ort zu sein.

 

Danke, liebes erstes Jahr

 

Danke für all die Pfützen und Matschsprünge.
Danke für kalte Finger und warme Herzen.
Danke für Kinderlachen, das durch den Wald hallt.
Danke für die stillen Momente am Lagerfeuer, für Regen auf der Kapuze und Sonne im Gesicht.
Danke für jedes „Schau mal!“ und jedes „Ich hab dich lieb“.
Danke für die Nähe zur Natur und zu mir selbst.

Dieses erste Jahr war nicht nur der Anfang meiner Ausbildung.
Es war der Anfang eines Weges, der sich richtig anfühlt.
Ein Weg, der nicht immer einfach ist, aber voller Sinn.
Ein Weg, der mich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich wachsen lässt.

 

Ihr fragt euch Und jetzt?

 

Jetzt blicke ich nach vorne gespannt, was das nächste Jahr bringt.
Ich freue mich auf neue Erfahrungen, neue Kinder, neue Herausforderungen.
Ich bin noch nicht fertig nicht mit der Ausbildung, nicht mit dem Lernen, nicht mit dem Wachsen.
Aber ich bin dankbar. Und stolz. Und voller Liebe für diesen Beruf.

 

Denn das hier ist nicht einfach nur ein Job.


Es ist meine Berufung.

 

Ganz liebe Grüße 

Eva-Maria 

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